1. Grundnormen (Basic Standards)
Sie beschreiben die Prüfverfahren selbst — wie gemessen wird, nicht welche Grenzwerte gelten. Beispiele: die Reihe IEC/EN 61000-4-x für Störfestigkeit (ESD, Burst, Surge — siehe ESD, Burst & Surge).
2. Fachgrundnormen (Generic Standards)
Sie legen Grenzwerte je Umgebung fest und gelten, wenn keine passende Produktnorm existiert. Die Reihe EN 61000-6-x:
- 61000-6-1 — Störfestigkeit, Wohn-/Geschäfts-/Leichtindustrie
- 61000-6-2 — Störfestigkeit, Industrie (strenger)
- 61000-6-3 — Störaussendung, Wohn-/Geschäftsbereich
- 61000-6-4 — Störaussendung, Industrie
Industrie-Störfestigkeit ist strenger (mehr Störungen vor Ort); die Wohnbereichs-Emissionsgrenzwerte sind strenger als die der Industrie (Nähe zu Rundfunkempfang).
3. Produkt- und Produktfamiliennormen
Sie haben Vorrang: existiert eine Produktnorm (z. B. für Automotive die CISPR-25-Familie, für Hausgeräte CISPR 14), gilt diese statt der Fachgrundnorm.
Die Reihenfolge in einem Satz
Produktnorm vor Fachgrundnorm; die Grundnorm liefert das Prüfverfahren dahinter. Diese Normen sind der Schlüssel zur Konformitätsvermutung der EMV-Richtlinie.
Häufige Fragen
Woher weiß ich, welche Norm für mein Produkt gilt?
Was ist der Unterschied zwischen IEC und EN?
Quellen: IEC — Generic EMC Standards, EN 61000-6 Übersicht. Konkrete Anwendbarkeit immer gegen die gültige Normfassung prüfen.