ESD — elektrostatische Entladung (IEC/EN 61000-4-2)
Simuliert die Entladung statischer Aufladung (der „Funke"). Geprüft wird per Kontaktentladung (bevorzugt, weil reproduzierbar) und Luftentladung. Die Norm definiert vier Schärfegrade: Kontakt typ. ±2 kV bis ±8 kV, Luft ±2 kV bis ±15 kV; üblich sind 4 kV Kontakt / 8 kV Luft. Level 1 = kontrollierte Umgebung, Level 4 = raue Industrie. Geprüft wird ansteigend ab ±2 kV.
Burst / EFT (EN 61000-4-4)
Schnelle, energiearme, wiederholte Transienten, wie sie beim Schalten induktiver Lasten entstehen. Einzelpuls 5/50 ns, in Bursts; typische Pegel 0,5 / 1 / 2 / 4 kV (Versorgungsleitungen) bzw. 0,25–2 kV (Signal/IO). Eingekoppelt über kapazitive Koppelzange bzw. CDN.
Surge — Stoßspannung (EN 61000-4-5)
Energiereiche Einzelstöße (Blitz, Schalthandlungen im Netz). Zwei Kurvenformen: 1,2/50 µs (Leerlaufspannung) und 8/20 µs (Kurzschlussstrom). Dauer im µs-Bereich — deutlich mehr Energie als Burst. Einkopplung über CDN mit definierter Quellimpedanz.
Der Unterschied in einem Satz
ESD = sehr kurz, sehr hochohmig; Burst = schnell & repetitiv, wenig Energie; Surge = langsam(er) & energiereich. Schutzbeschaltung (TVS, Varistoren, Filter, Masse/Schirm) muss zur jeweiligen Belastung passen.
Häufige Fragen
Welche Pegel gelten für mein Produkt?
Können Sie Störfestigkeit selbst prüfen?
Quellen: IEC 61000-4-2 (Wikipedia), Texas Instruments – IEC 61000-4-x, IEC 61000-4-2 Übersicht. Pegel/Kurvenformen sind typische Werte; maßgeblich ist die jeweils gültige Normfassung.