StartWissenEMV in der Industrie

Ratgeber · Industrie-EMV

EMV in der Industrie — raue Umgebung, klare Regeln.

Antriebe, Schaltvorgänge, lange Leitungen: Das Industrieumfeld ist elektromagnetisch laut. Die Fachgrundnormen EN 61000-6-2 und -6-4 setzen dafür den Rahmen.

Warum Industrie-EMV besonders ist

Im Industrieumfeld treffen leistungsstarke, schaltende Verbraucher (Frequenzumrichter, Motoren, Schütze) auf empfindliche Mess- und Steuertechnik. Entsprechend mehr Störungen sind unterwegs — und entsprechend robuster müssen Geräte sein.

EN 61000-6-2 — Störfestigkeit (Industrie)

Die Fachgrundnorm für die Störfestigkeit im Industriebereich verlangt höhere Prüfpegel als das Wohn-/Geschäftsumfeld (EN 61000-6-1) — weil vor Ort stärkere Störungen auftreten. Geprüft wird u. a. gegen ESD, Burst und Surge (siehe ESD, Burst & Surge).

EN 61000-6-4 — Störaussendung (Industrie)

Die Emissionsgrenzwerte der Industrie (EN 61000-6-4) sind weniger streng als im Wohnbereich (EN 61000-6-3), da Industriestandorte nicht direkt mit Wohngebieten und Rundfunkempfang geteilt werden.

Produktnorm vor Fachgrundnorm

Die Fachgrundnormen greifen nur, wenn keine passende Produkt- oder Produktfamiliennorm existiert. Die Einordnung erklärt der Normen-Überblick.

Häufige Fragen

Wohn- oder Industrieumgebung — was gilt für mein Gerät?
Entscheidend ist die vorgesehene Einsatzumgebung. Industriegeräte müssen höhere Störfestigkeit erfüllen, dürfen aber tendenziell etwas mehr emittieren. Die genaue Zuordnung klären wir projektbezogen. (Norm-Stände gegen die gültige Fassung prüfen.)
Was tun, wenn ein Umrichter stört?
Erst Ursache und Pfad lokalisieren, dann gezielt Filter/Schirmung einsetzen — siehe EMV-Troubleshooting. Im Industrieumfeld sind Netzfilter und saubere Erdung oft der Hebel.

Quellen: IEC — Generic EMC Standards, EN 61000-6 Übersicht. Maßgeblich ist die gültige Normfassung.