StartWissenVom Prototyp zur Serie

Ratgeber · Entwicklungsprozess

Vom Prototyp zur Serie — die Phasen der Entwicklung.

Zwischen erster Idee und Serienprodukt liegen mehrere Reifegrade. Wer sie kennt, plant Budget, Zeit und Tests realistisch — und vermeidet teure Überraschungen kurz vor der Serie.

1. Proof of Concept

Die kritische technische Annahme zuerst absichern: Funktioniert das Prinzip überhaupt? Hier geht es um Machbarkeit, nicht um Schönheit — oft mit Evaluation-Boards und Aufbauten.

2. Funktionsmuster / A-Muster

Erste eigene Schaltung und Firmware, die die Funktion zeigt. Form und Fertigbarkeit stehen noch hinten an; im Vordergrund steht, dass die Spezifikation erfüllbar ist.

3. B-Muster

Seriennahe Hardware: finales EMV-gerechtes Layout, reale Bauteile, mechanische Integration. Jetzt beginnt sinnvoll die EMV-Pre-Compliance — Fehler hier zu finden ist um ein Vielfaches billiger als nach der Serienfreigabe.

4. Design for Manufacturing (DfM)

Das Design wird fertigungs- und prüfgerecht gemacht: Bestückbarkeit, Testpunkte, Toleranzen, Beschaffbarkeit der Bauteile. Ziel ist eine reproduzierbare, wirtschaftliche Fertigung.

5. C-Muster & Serienfreigabe

Seriennahe Fertigung, finale Verifikation und Validierung (siehe V-Modell), akkreditierte EMV-/Sicherheitsprüfungen, CE — dann die Freigabe. Sauberes Testing über alle Phasen ist der rote Faden.

Häufige Fragen

Wann sollte EMV ins Spiel kommen?
So früh wie möglich — idealerweise schon im Layout (EMV-gerechtes Design) und spätestens am seriennahen B-Muster per Pre-Compliance. Je später ein EMV-Problem auffällt, desto teurer wird die Korrektur.
Brauche ich alle Musterstufen?
Nicht zwingend — der Reifegradplan richtet sich nach Risiko, Stückzahl und Branche. Wir schneiden die Phasen auf Ihr Produkt zu, statt ein starres Schema abzuarbeiten.