Ratgeber · Automotive-Komponenten
LV 124 — der Härtetest fürs 12-V-Bordnetz.
Steuergeräte und Sensoren im Pkw müssen elektrische Störungen und harte Umweltbedingungen überstehen. LV 124 bündelt die Prüfungen, die fast jeder deutsche OEM verlangt.
Was LV 124 ist
LV 124 ist eine vom VDA veröffentlichte Prüfnorm für elektrische und elektronische Komponenten in Pkw (bis 3,5 t) mit 12-V-Bordnetz. Sie wurde gemeinsam von mehreren deutschen Herstellern (u. a. Audi, BMW, Daimler, Porsche, Volkswagen) entwickelt.
Zwei Teile: elektrisch und Umwelt
Die Norm gliedert sich in Teil I — elektrische Anforderungen und Prüfungen (Bordnetz-Verhalten: Spannungseinbrüche, Überspannung, Start-/Stopp-Verläufe u. a.) und Teil II — Umweltanforderungen (Temperatur, Vibration, Feuchte, Chemie). Damit deckt sie ab, was eine Komponente im realen Fahrzeugleben aushalten muss.
OEM-Ableitungen
Die meisten OEMs haben eigene Fassungen abgeleitet — etwa Volkswagen als VW 80000, BMW als GS 95024 oder Mercedes-Benz als MBN LV 124. Für Lieferungen an deutsche OEMs ist LV 124 faktisch gesetzt. Für 48-V-Bordnetze gilt die verwandte LV 148.
Abgrenzung zur EMV
LV 124 deckt elektrische und Umweltrobustheit ab; die EMV im engeren Sinn regeln CISPR 25, ISO 11452 und der Rahmen ECE-R10.
Häufige Fragen
Ist LV 124 eine EMV-Norm?
Brauche ich LV 124 oder die OEM-Variante?
Quellen: testxchange — Labortests nach LV 124, Weiss Technik — LV 124. Maßgeblich ist die gültige Fassung bzw. die OEM-Ableitung.