StartWissenStörfestigkeit vs. Störaussendung

Grundlagen · Die zwei Seiten der EMV

Störfestigkeit vs. Störaussendung — einfach erklärt.

EMV hat zwei Richtungen: Was gibt mein Gerät ab — und wie robust ist es gegen Störungen von außen? Wer beides auseinanderhält, versteht Prüfberichte und Maßnahmen sofort besser.

Störaussendung (Emission)

Beschreibt die elektromagnetischen Störungen, die ein Gerät abgibt — leitungsgebunden (über Kabel) oder gestrahlt (über die Luft). Ziel: andere Geräte nicht stören. Typische Ursachen sind Taktsignale, Schaltflanken und schlecht geführte Rückströme.

Störfestigkeit (Immunität)

Beschreibt, wie robust ein Gerät gegen Störungen von außen ist. Geprüft wird u. a. mit:

  • ESD — elektrostatische Entladung (der „Funke").
  • Burst — schnelle transiente Störungen (z. B. von Schaltvorgängen).
  • Surge — energiereiche Stoßspannungen (z. B. durch Blitz/Netz).

Warum beide zusammengehören

Maßnahmen wirken oft auf beide Seiten: Ein gutes Masse- und Schirmkonzept reduziert Aussendung und erhöht Festigkeit. Genau deshalb betrachten wir das System als Ganzes.

Kurz gefragt

Was ist wichtiger — Störfestigkeit oder Störaussendung?
Beides ist für die Konformität nötig. Welche Seite kritisch ist, hängt von Produkt, Umfeld und Norm ab — oft entscheidet die Anwendung (z. B. Medizin- oder Bahnumgebung).
Kann eine Maßnahme beides verbessern?
Ja. Ein durchdachtes Massekonzept und saubere Schirmanbindung verbessern in der Regel Aussendung und Festigkeit gleichzeitig.