Schirmdämpfung = Reflexion + Absorption
Die Schirmdämpfung (Shielding Effectiveness, in dB) setzt sich aus drei Anteilen zusammen: Reflexionsverlust (R) an den Grenzflächen, Absorptionsverlust (A) im Material und einem Korrekturterm für Mehrfachreflexionen (B). Faustregel: Bei niedrigen Frequenzen dominiert die Reflexion, bei hohen die Absorption.
Elektrische vs. magnetische Felder
Elektrische Felder lassen sich vergleichsweise leicht schirmen. Niederfrequente Magnetfelder sind am schwersten abzuschirmen: kleiner Absorptionsverlust und niedrige Wellenimpedanz führen zu geringem Reflexionsverlust.
Materialwahl
Gut leitende Materialien wie Kupfer und Aluminium liefern hohe Reflexionsverluste für elektrische Felder. Für niederfrequente Magnetfelder sind dagegen ferromagnetische Materialien (z. B. Stahl, Mu-Metall) mit hoher Permeabilität wirksamer.
Dicke hilft — aber gezielt
Der Absorptionsverlust steigt mit der Materialdicke (in Skin-Tiefen), der Reflexionsverlust ist dagegen weitgehend dickenunabhängig und hängt vom Impedanzsprung ab. Wichtiger als Dicke sind oft Schlitze, Spalte und Durchführungen: Eine Öffnung wirkt wie eine Antenne und kann die beste Schirmung unwirksam machen.