Die Normenreihe EN 50121
EN 50121 (Bahnanwendungen — Elektromagnetische Verträglichkeit) regelt sowohl die Störaussendung der Bahn als auch deren Störfestigkeit. Sie ist in Teile gegliedert:
- 50121-1 — Grundlagen und Definitionen
- 50121-2 — Störaussendung des Gesamtsystems nach außen (Schutz von Nachbarn und Funkdiensten)
- 50121-3-1 — Schienenfahrzeuge: Zug / Gesamtfahrzeug (Systemebene)
- 50121-3-2 — Schienenfahrzeuge: Geräte (Komponentenebene, z. B. Umrichter, Displays)
- 50121-4 — Signal- und Telekommunikationseinrichtungen
- 50121-5 — ortsfeste Energieversorgungsanlagen
EN 50155 — Geräte im Fahrzeug
EN 50155 ist die Produktnorm für elektronische Einrichtungen auf Schienenfahrzeugen (Betriebsbedingungen, Temperatur, Vibration u. v. m.) und verweist EMV-seitig in der Regel auf EN 50121-3-2.
EN 50657 — Software an Bord
Für Software auf Schienenfahrzeugen gilt EN 50657 (abgeleitet aus EN 50128). Sie definiert Prozess- und Sicherheitsanforderungen über Software-Integritätslevel (SIL) — verwandt mit der funktionalen Sicherheit im Automotive.
Häufige Fragen
Welcher Teil von EN 50121 gilt für mein Gerät?
Für ein einzelnes Gerät im Fahrzeug ist meist EN 50121-3-2 (Komponentenebene) relevant, oft zusammen mit EN 50155. Für die Gesamtanlage und nach außen gelten andere Teile. Den genauen Rahmen klären wir projektbezogen.
Warum ist die Bahn-EMV so anspruchsvoll?
Weil enorme Leistungsunterschiede aufeinandertreffen: Traktionsumrichter im Megawattbereich neben empfindlicher Signal- und Sicherheitstechnik. Saubere Trennung, Schirmung und Filterung sind hier besonders kritisch.
Quellen: Railway News — EN 50121 Guide, Element — EN 50121. Maßgeblich ist die gültige Normfassung.